Geschichte der Naturfreunde Ortsgruppe Ober-Ramstadt

Es begann in Ober-Ramstadt damit, daß Arbeiter aus dem Schwabenland in dem Falcon – und späteren Röhr – Werk im Ochsenbruch beschäftigt waren. Diese wackeren Schwaben brachten neue Ideen mit. Schon 1895 von Wiener Arbeitern gegründet, hatte sich die sozialistische Wanderbewegung von Österreich her allmählich auch über Süddeutschland ausgedehnt. "Naturfreunde" Veteranen aus Ober-Ramstadt wissen zu berichten, daß Hermann Birkle damals um 1928 einer der Hauptinitiatoren zur Sammlung einer Gruppe wanderlustiger junger Leute aus der sozialistischen Arbeiterjugend war. Erste Treffen waren im Gasthaus Schröbel in der Baustraße. Sie berichten, daß die neue Sache besonders von Jakob Braband, der bereits 1901 den Anstoß zur Gründung des SPD – Ortsvereins gegeben hatte, unterstützt wurde. Die ersten Ausflüge gingen in die nächste Umgebung, nach Lichtenberg und Neukirchen. Frühere Versuche alpiner Tätigkeit wurden am Bohrstein gemeinsam mit der Wormser Gruppe der "Naturfreunde", welche dort schon länger kletterte, unternommen. Anregungen zur wintersportlichen Tätigkeit gab Willi Peter aus Heilbronn, der damals als guter Skiläufer und Skispringer im Schwarzwald bekannt war. Die Ski für die "Naturfreunde" von Ober-Ramstadt bastelte Schreinermeister Nieder.

Eifrig halfen die "Naturfreunde" von Ober-Ramstadt beim Bau des Naturfreundehauses Rimdidim mit. Mit ihrem Werkzeug – größere Ausrüstung; auf Handwagen verladen – wanderten sie bis zur Baustelle im Odenwald und marschierten nach der Arbeit wieder heim. Man erzählte sich, Georg Ehrhard hätte

die Schritte zum Rimdidim gezählt. Viele Namen werden genannt aus der Zeit vor dem Verbot 1933: Peter Knorr, Georg Hofmann,Wilhelm Nieder, Karl Nieder, Georg Ehrhard, Heinrich Ehrhard, Adam Keller, Wilhelm Wenz, Adolf Kettenring, Heinrich Bayer, Georg Krug, Anna Braband, Oswald Braband, Karl Knorr, Franz Wedel, Heinrich Schulz, Franz Hofmann, Jean Göckel, Hans Martens und viele andere Mitglieder von damals, deren Namen irgendwie entfallen oder deren Köpfe nicht auf alten Wanderbildern enthalten sind, bauten in den Jahren vor dem Dritten Reich die erste "Naturfreunde" – Ortsgruppe auf.

In den Jahren des Verbotes bestanden nur spärliche heimliche Kontakte zwischen den alten "Naturfreunde" . Doch viele der Alten waren 1946 dabei, als mit jungen Kräften vereint wieder eine neue "Naturfreunde" – Bewegung ins Leben gerufen wurde. Zunächst saß man noch auf den Felsen des Steinbruches und träumte beim Gitarrenklang von einer besseren Zukunft und von fernen Bergen. Später stand dem Verein ein Raum im Alten Rathaus zur Verfügung. Mit dem Neuaufbau der Naturfreunde – Ortsgruppe Ober-Ramstadt wurden gleich Pläne geschmiedet ein eigenes Heim zu schaffen. Zunächst war an den Ausbau einer alten Jagdhütte gedacht. Dann reifte das Projekt des Hauses am Heidenacker. Und als begonnen wurde, waren alle mit dabei und halfen auf mannigfaltige Art. Einer der eifrigsten

war der verstorbene Franz Kögel. Den Plan für den ersten Bauabschnitt erstellte kostenlos Architekt Herbert Reiche. Mit Handwagen fuhr man den beim Breiten Stein gebrochenen Kies hinüber. Steine sammelten die Mitglieder rund um den Silberberg. Der Bauer Wilhelm Fritsch karrte diese mit dem Pferdefuhrwerk zur Baustelle. Aus allen Bevölkerungskreisen wurde in Selbsthilfe bauenden "Naturfreunde" Verständnis und Hilfe entgegengebracht

Als das schmucke Vereins – und Touristenheim am Heidenacker mit über 60 Schlafstellen, Selbstkocherküche und Hüttenwartwohnung stand, in Anwesenheit des Hessischen Innenministers Heinrich Schneider festlich eingeweiht war, konnte die interne Vereinsarbeit weiter aktiviert werden. Viele Hobbys junger "Naturfreunde" durften jetzt gepflegt werden – neben dem Wandern, dem Volkslied und dem Tanz fanden nun Fotofreunde und Bergsteiger sich in kleinen aktiven Gruppen zusammen. Verdienst über Ober-Ramstadt hinaus erwarben sich die Nachkriegsvorsitzenden der "Naturfreunde" – Ortsgruppe Adam Keller, der allzu früh verstorbene Oswald Braband und der damals amtierende 2.Vorsitzende Franz Eichler.

Das "Naturfreundehaus" am Heidenacker – schon ein Wahrenzeichen Ober-Ramstadts geworden – ist heute eine gerne gewählte Tagungs- und Erholungsstätte von Jugendverbänden, Gewerkschaften, Wohlfahrtsorganisationen von Mitgliedern und Freunde der in- und ausländischen "Naturfreunde" – Bewegung.

 
 

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